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Marktstudie Wasserwirtschaft

Unsere Marktstudie im Bereich der Wasserwirtschaft umfasst privatwirtschaftliche Informationen ebenso, wie Informationen der Weltbank zu Betreibermodellen wie BOT- und BOO-Modellen. Die Angaben beruhen dabei im wesentlichen auf Quellen der Vereinten Nationen und der Weltbank.

Der Markt der Wasserver- und -entsorgung ist von dem Grundbedürfnis nach sauberem Wasser bei steigender Industrialisierung gekennzeichnet.

 

Nach neuesten UN-Studien sind 1,4 Milliarden Menschen ohne adäquate Wasserversorgung. Weiterhin leiten weltweit 95% der Städte ihre Abwässer ungereinigt in die Gewässer ein.

An den Folgen unzureichend gereinigtem Wassers sterben jährlich 5 Mio. Menschen. Zukünftig muß mit einer zunehmenden Wasserverknappung gerechnet werden.

Dies betrifft neben Afrika und dem Nahen- und Mittleren Osten, insbesondere Indien, Teile von China, Peru und Polen. Derzeit sind von der Wasserverknappung bereits 450 Millionen Menschen in 29 Ländern betroffen.nach oben

Die Wasserverluste betragen weltweit ca. 50%, während sie in Westeuropa bei 20-30% liegen. Das Marktvolumen ergibt sich insbesondere aus den betehenden urbanen Strukturen:

  • 8 Megastädte mit durchschnittlich 12 Mill. Einwohnern (EW). Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei privatwirtschaftlichen Lösungen, aufgrund der großen Investitionsvolumina, die Projekte häufig aufgeteilt werden (z. B. Mexico City 4 und Manila 2).
  • 164 Großstädte mit mehr als 2 Millionen EW.
  • 30 000 Städte mit mehr als 32 000 EW.

Der globale Markt für Wasser und Abwasser umfaßte 1994 ein Volumen von mehr als Euro 140 Mrd. (ca. 40% des globalen Umweltmarktes), davon entfielen mehr als Euro 27 Mrd. auf Entwicklungsländer.

Allein die deutsche Entwicklungszusammenarbeit rechnet pro Jahr ca. Euro 400 Mio. dem Bereich der Wasserwirtschaft zu. Die Weltbank geht für die Entwicklungsländer von einem Investitionsbedarf in der Wasserversorgung von mehr als Euro 60 Mrd. pro Jahr aus. Nach einer Studie der OECD steigt das Weltmarktvolumen für Abwasserbehandlung zwischen 1990 und 2000 um 38%.

Zu unterscheiden ist zwischen dem klassischen Markt öffentlich finanzierter Projekte, sowohl bezüglich der Beratung, als auch bezüglich des Baus von Anlagen, und Projekten mit privatwirtschaftlichem Element (Betreiberprojekten). Der Anteil der Vorhaben mit privatwirtschaftlichem Engagement steigt stetig und leigt derzeit bei ca. 40%.nach oben

Dies hängt unter anderem mit den eingeschränkten Finazierungsmöglichkeiten der öffentlichen Hände, sowohl in den Zielländern als auch in den westlichen Geberländern, zusammen, die kaum wachsen im Vergleich zu den enormen Steigerungsraten des latenten Bedarfs, und den tatsächlich zu realisierenden Projekten
Die internationalen Geberorganisationen haben den Handlungsbedarf, und insbesondere die Notwendigkeit privatwirtschaftlichen Engagements, in diesem Bereich erkannt und bemühen sich die Rahmenbedingungen zu bereiten und zu verbessern.

Seit Ende der achtziger Jahre sind Projekte mit privatwirtschaftlichem Engagement im Umfang von Euro 22 Mrd. durchgeführt worden. Die durchschnittliche Größe dieser Projekte beträgt Euro 220 Mio.

Zu unterscheiden ist zwischen Großprojekten mit stark investivem Charakter und kleineren Projekten, bei denen sich die investiven Engagements in der Größenordnung von zweistelligen Millionenbeträgen bewegen, bzw. reinen Betriebsführungsverträgen ohne investives Element. Als Beispiele für derartige nach obenGroßprojekte seien Sofia, Rio de Janero oder aktuell Bukarest, mit einem Investitionsvolumen von mehr als Euro 500 Mio genannt.Weiterhin wird zwischen reinen Greenfield-Projekten und der Übernahme bestehender Ver- und Entsorgungssysteme differenziert. Der steigende Problemdruck und die hohen Investitionsvolumina, führen zu einer verstärkten Suche nach privatwirtschaftlichen Lösungen.

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen für investive Vorhaben (mangelnder Regulierungsrahmen, unzureichende Finanzautonomie der Kommunen, geringes Wirtschaftswachstum etc.) werden, nicht zuletzt von der Weltbank, in vielen Fällen zunehmend Betriebsführungsverträge oder Leasingmodelle als die richtige Lösung angesehen. Diese Vertragsformen schließen ausdrücklich die investive Verantwortung aus. Beispiele für derartige Modelle sind Puerto Rico, Mexico City, Antalya, Amman, Bursa, Trinidad und Tobago. Doch wird zunehmend ein starkes unternehmerisches Element eingebaut, indem beispielsweise bei Ausschreibungen die Größe der erfolgsabhängigen Komponente entsprechend bewertet wird.

Der Markt für Betriebsführungsverträge machte bei der Weltbank z. B. zwischen 1990 und 1997 dreizehn Prozent der Projekte mit financial closing, und knapp unter 20% der Projekte, die ein Management des Leitungsnetzes mit einschliessen, aus. Derartige Projekte werden z. B. in Kambodscha, Afrika und auch Bulgarien entwickelt.
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Bei kleineren und mittleren Projekten wird der Markt zunehmend intransparent, da dort die Vergabe von Projekten an vielen Stellen auch ohne internationale Geber erfolgt. Vertragswerte für Betriebsführungsverträge von Kläranlagen für kleinere Millionenstädte liegen im Bereich von Euro 10 -20 Mio. über 10 Jahre. Nur in wenigen Fällen wird mit einer fixen Honorierungen gearbeitet, während das unternehmerische Element zunehmend gefragt wird. Häufig sind kleinere Vertragsvolumina Gegenstand von Betriebsführungs- oder Serviceverträgen. Dabei stellt sich die Frage des Akquisitions- und Managementaufwands. Die einzelnen Länder unterscheiden sich stark hinsichtlich:

  • absolutem Bedarf
  • Bereitstellung öffentlicher Mittel
  • Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagements
  • Zugang zu Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere Softloans.

In den sich entwickelnden Ländern befinden sich diese Faktoren ständig im Fluß. Doch lässt Die Liberalisierung des europäischen Wassermarktes auch Chancen in vielen Ländern der EU aufkommen. Dies gilt insbesondere für die Vermarktung hochwertigen Spezialwissens.

Wettbewerb

Der internationale Wettbewerb ist durch eine starke Dominanz großer kapitalstarker Anbieter gekennzeichnet. Die Marktführerschaft liegt bei Vivendi (ehemals General des Eaux) mit Euro 23 Mrd. Gesamtumsatz, davon Euro 5,5 Mrd. im Wasserbereich. Dazu kommt der Kauf des führenden US Anbieters US-Filter. An zweiter Stelle folgt Suez Lyonnaise des Eaux, die in 100 Städten auf fünf Kontinenten aktiv bei der Versorgung von ca. 100 Mio. Menschen beteiligt ist (Euro 4,5 Mrd. Umsatz im Wasserbereich). Suez Lyonnaise bildet über Tractebel gleichzeitig einen der führenden nach obeninternationalen Energiekonzerne. Der Marktanteil der beiden französischen Marktführer bei den großen Projekten beträgt somit mehr als 30%.

Gleichwohl erscheinen die Markteintrittbarrieren nicht unüberwindbar hoch, wie das Beispiel Lateinamerika zeigt. Dort dängen eine Vielzahl, auch lokaler, Anbieter erfolgreich auf den Markt. Der Marktanteil der beiden französischen Anbieter ist hier auf ca. 14% reduziert. Auch britische und zunehmend amerikanische Anbieter drängen in den Markt (z.B. Enron über Azurix, die Lurgi Bamag gekauft haben). Erwähnenswert ist auch die Agilität, mit der sich die privatisierten englischen Regionalversorger in die privatwirtschaftlichen, internationalen Projekte hineinbewegt haben (Thames Water, Severn Trend: in 10 Ländern tätig, etc.).

 
Kontext
Deutsche Wasserwirtschaft: Liberalisierung quo vadis?
Globale Wassermärkte zu privat für die deutsche Wasserwirtschaft?
 


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2002-07-27 Impressum